Die Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche des HARVEY mx.16 gestaltet sich durch eine einfache und klare Blockstruktur sehr übersichtlich. Sie lässt eine intuitive Bedienung zu und erlaubt es jedem Nutzer, mit wenigen Schritten detaillierte Planungsunterlagen für komplexe Projekte zu erstellen.

Die Benutzeroberfläche HARVEY-Composer überzeugt durch:

  • Zusammenfassung von Multikanal-Audiopfaden zu Bündeln
  • Einfügen von Signalverarbeitung über Drag und Drop
  • Automatische Anordnung der Funktionsblöcke mit rechtwinkliger Leitungsführung
  • Zusammenfassung von mehrkanaligen Signalblöcken zu Gruppen
  • Separate Bearbeitungsebenen für die Audiopfade und die Steuersignale
  • Hardware-Auslastungsanzeige im Offline-Modus
  • Kein Kompilieren nötig
Konfigurationssoftware HARVEY Composer

Geräte definieren

Die anzuschließenden Geräte werden in Form von Ein- und Ausgängen per Drag & Drop auf dem Arbeitsblatt platziert. In einem Abfragedialog werden die Anzahl der Kanäle sowie Kanalbezeichnung eingegeben. Die Zuweisung der physikalischen Ein- und Ausgänge zu den logischen Audiopfaden kann wahlweise manuell oder automatisch per Knopfdruck erfolgen.

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Einfügen von Audiomischern

Audiomischer und Matrizen können ganz einfach per Drag & Drop zum Projekt hinzugefügt werden. Dazu wird der Block lediglich aus der Bibliothek an die gewünschte Stelle gezogen. Die Anzahl der Ein- und Ausgänge ergibt sich automatisch im Schritt 3, wenn die Ein- und Ausgänge mit den Mischern und Matrizen untereinander verkabelt werden. Die Konfiguration der Matrix erfolgt im Kontextmenü.

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Verkabelung der Blöcke

Die Verkabelung der Ein- und Ausgänge und der Audiomischer erfolgt durch einfaches Ziehen von Kanalbündeln mit der Maus. Die Anzahl der in einem Bündel enthaltenen Leitungen wird automatisch durch die Quelle des Kabels bestimmt. Durch die rechtwinklige Kabelstruktur behält man auch in komplexen Projekten stets den Überblick.

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Hinzufügen von Signalverarbeitung

Zum Schluss können Audiofunktionen aus der umfangreichen Bibliothek hinzugefügt werden, einfach indem die Blöcke an die gewünschte Stelle auf das Kanalbündel gezogen werden. Bestehende Blöcke und Kabelbündel werden automatisch neu ausgerichtet. Alle Audiofunktionen können durch eine Vielzahl von Parametern konfiguriert und an die jeweilige Anwendung angepasst werden.

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AGC: AGC = Automatic Gain Control.  
Automatische Verstärkungsregelung als

Die automatische Verstärkungsregelung (Automatic Gain Control) hält den Ausgangspegel auf konstantem Niveau und gleicht Schwankungen des Eingangspegels aus. Eine Übersteuerung des Ausgangs kann dadurch vermieden werden.

AVC: AVC = Ambient Volume Control  
Ambient Volume Control

Der  Funktionsblock AVC (Ambient  Volume Control) ist  ein Werkzeug  zur  automatischen Anpassung  der  Programmlautstärke (z.B. Lautstärke einer Durchsage) in Abhängigkeit von der Umgebungslautstärke.

Arbeitsblatt: Das Projekt wird auf dem Arbeitsblatt erstellt. Alle Audiofunktionen werden in Form von Blöcken dargestellt, die an einem Raster ausgerichtet werden. Die Blöcke werden untereinander durch Audioleitungen verbunden, die automatisch die richtige Kanalzahl aufweisen.  
Arbeitsblatt GUI HARVEY mx.16

Um ein Projekt zu erstellen, muss zuerst die Struktur der Hardware angelegt werden. Per Drag & Drop werden die Ein- und Ausgänge, Mischer und Bearbeitungsfunktionen ganz einfach aus der Bibliothek auf das Arbeitsblatt gezogen. Alle Elemente werden in Form von Blöcken dargestellt und können per Mausklick mit Audioleitungen verbunden werden.

Auslastungsanzeige: Die Auslastungsanzeige gibt die zu erwartende Auslastung des Systems an.  
Auslastungsanzeige eines HARVEY Composer-Projekts

Die Auslastungsanzeige befindet sich in der Statusleiste rechts unten. Sie wird aus dem prognostizierten Verbrauch von DSP-Ressourcen errechnet und gibt schon während der Offline-Projekterstellung Auskunft über die zu erwartende Auslastung des HARVEY-Systems.

Automixer: Mit dem Automixer können mehrere Mikrofonsignale zu einem Ausgangssignal gemischt werden.  
Automixer im HARVEY Composer

Mit dem Automixer ist es möglich, eine bestimmte Anzahl von Mikrofonen zu einem Ausgangssignal zu mischen. Die Anzahl von Mikrofoneingängen ist dabei frei konfigurierbar.

Bibliothek: Im Reiter Bibliothek befinden sich alle DSP-Funktionselemente, die für die Erstellung eines Projekts benötigt werden.  
Die Bibliothek fasst alle Audiofunktionen zusammen.

In der Bibliothek werden alle Funktionsblöcke übersichtlich dargestellt. Von hier werden die Funktionsblöcke per Drag & Drop auf das Arbeitsblatt gezogen. Die Funktionsblöcke werden in zwei Ebenen, „Audio“ und „Steuerung“ kategorisiert.

Auf  der Audioebene  bietet  HARVEY analoge und  digitale Audio-Eingänge und Audio-Ausgänge, Matrizen  und
Mischer, Pegelanzeigen, Pegelsteller und Filter, Equalizer, Dynamikprozessoren und verschiedene Funktionen. 

Auf der Steuerungs-Ebene stehen die analogen, digitalen und seriellen Steuerschnittstellen, wie Schalt-Ein- und
Ausgänge, Spannungseingänge, RS232, RS485, DMX, Ethernet und Logik-Funktionsblöcke zur Verfügung.

Cobranet: Cobranet ist optional erhältlich.  
Cobranet ist optional erhältlich für HARVEY mx.16.

Mit dem optional erhältlichen Cobranet-Interface können Audiodaten zwischen mehreren HARVEY-Einheiten ausgetauscht werden. Zu den 16 analogen Audio-Ein- und Ausgängen kommen 16 digitale Ein- und Ausgänge je Gerät hinzu.

Cockpit: Das Cockpit ist die Kommandozentrale der Benutzeroberfläche.  
Im Cockpit werden Projekte und Netzwerkverbindungen verwaltet.

Bei Programmstart wird das Cockpit automatisch geöffnet. Jederzeit mit einem Mausklick erreichbar, sorgt das Cockpit für die Verwaltung der Projekte sowie die Kommunikation mit einer mx.16 Audiomatrix und dem Netzwerk. Es ist in die zwei funktionalen Sektionen Projektverwaltung und Systemkommunikation unterteilt.

Mit der Projektverwaltung des Cockpits lassen sich Projekte erstellen, öffnen und speichern. Zudem ist eine Liste mit den zuletzt geöffneten Projekten verfügbar.

Im Abschnitt Systemkommunikation können Netzwerkeinstellungen vorgenommen und im Netzwerk verfügbare Systeme verwaltet werden.

Crossover: Crossover-Filter ermöglichen das Aufbauen von Frequenzweichen.  
Beim Crossover-Filter handelt es sich um eine Frequenzweiche.

Beim Crossover-Filter handelt es sich um eine Frequenzweiche, die ein Eingangssignal in mehrere Frequenzanteile aufsplittet und auf verschiedene Ausgangskanäle verteilt.

Dante: Dante ist optional erhältlich.  
Dante ist optional erhältlich für HARVEY mx.16.

Mit dem optional erhältlichen Dante-Interface können Audiodaten zwischen mehreren HARVEY-Einheiten ausgetauscht werden. Zu den 16 analogen Audio-Ein- und Ausgängen kommen 16 digitale Ein- und Ausgänge je Gerät hinzu.

Delay: Einstellen von Signalverzögerungen zum Ausgleich von Laufzeitunterschieden  
Delay-Funktion im HARVEY Composer

Mit der Delay-Funktion können Signalverzögerungen eingefügt werden, um unterschiedliche Signallaufzeiten anzugleichen. Die Eingabe kann sowohl als Zeit als auch als Entfernung erfolgen.

DMX: HARVEY mx.16 kann über die RS-485-Schnittstelle in ein DMX-Netz eingebunden werden.  
Einbindung von HARVEY mx.16 in ein DMX-Netz über RS-485

HARVEY mx.16 kann über die RS-485-Schnittstelle in ein DMX-Netz eingebunden werden. Über die DMX-Integration kann HARVEY andere DMX-Geräte steuern und so zum Beispiel über Presets verschiedene Beleuchtungsszenarien realisieren. HARVEY kann auch als Client am DMX-Netz teilnehmen und von anderen DMX-Controllern gesteuert werden. Darüber lassen sich per DMX direkt Pegel-Blöcke im HARVEY-Projekt steuern, um die Lautstärke zu steuern. Es lassen sich aber auch Schwellwert-gesteuert beliebige Steuerereignisse im HARVEY-Projekt auslösen.

Ducker: Der Ducker senkt den Signalpegel eines laufenden Programms ab, wenn eine Durchsage erfolgt.  
Konfiguration des Ducker im HARVEY Composer

Der Ducker bewirkt, dass ausgewählte Audiokanäle durch einen Audioeingang soweit abgesenkt werden können, dass nur noch das steuernde Signal zu hören ist. Der Effekt ist aus dem Rundfunk bekannt und hilfreich bei jeder Art von Durchsagen, die sich z.B. über die laufende Musikbeschallung legen sollen.

Dynamik: Dynamikblöcke überwachen die Signalpegel automatisch, so dass unterschiedliche Beschallungssituationen immer zu optimal ausgesteuerten Audiosignalen führen.  
Konfiguration des Dynamikblocks im HARVEY Composer

Vereint in einem Dynamikblock sind die Funktionen Noise Gate, Expander, Kompressor und Limiter. Es handelt sich um ein echtes Profiwerkzeug, das die detaillierte und präzise Einstellung von Attack/Release- über Look-Ahead-Zeiten bis hin zur Einstellung der Dynamikkurven erlaubt.

Equalizer: Das Anpassen der frequenzbezogenen Signaleigenschaften ist das A und O jeder Audiomatrix. Die Benutzeroberfläche liefert zusammen mit dem mx.16 dafür einen umfangreichen Werkzeugkasten.  
Konfiguration des EQ-Blocks im HARVEY Composer

Equalizerblöcke erlauben die parametrische und grafische Anpassung des Frequenzverlaufs mit Hilfe von bis zu acht Bändern. Pro Band stehen dabei sieben Filtertypen mit jeweils einem Gütefaktor von bis zu 64 zur Verfügung. Sowohl der Summenamplitudengang als auch der Summenphasengang werden grafisch angezeigt.

Filter: Der Filter eignet sich zur Realisierung von Hoch- und Tiefpässen.  
Konfiguration des Filter-Blocks im HARVEY Composer

Beim Filter lassen sich Grenzfrequenz und Steilheit einstellen und Hoch- und Tiefpässe realisieren. Auch können mehrere Filter zu komplexen Filtertypen kombiniert werden.

Generator: Mit dem Generator können Sinus- und Rauschsignale erzeugt werden.  

Sinus- und Rauschgeneratoren können eine wertvolle Hilfe zur Ermittlung der Raumakustik sein. Kritische Resonanzfrequenzen können ermittelt und durch Setzen geeigneter Filter unterdrückt werden.

Hauptfenster: Alle Anzeigefunktionen und Bearbeitungswerkzeuge sind in einem einzigen, übersichtlich gestalteten Hauptfenster integriert.  
Das Hauptfenster ist besonders übersichtlich gestaltet.

Im HARVEY-Composer sind alle Anzeigefunktionen und Bearbeitungswerkzeuge in einem einzigen, übersichtlich gestalteten Hauptfenster integriert. Bibliotheken, Symbolleisten und Kontextmenüs sind immer zur Stelle und nicht über eine Vielzahl verschiedener Fenster verteilt.

Das Hauptfenster besteht aus vier Sektionen:

  • Menüleiste
  • Seitenleiste mit Panoramaübersicht
  • Arbeitsblatt
  • Statusleiste

 

Die Menüleiste erlaubt die Aktivierung des Cockpits, das Darstellen/Drucken des Projektprotokolls, das Exportieren eines Projekts sowie das Einstellen einiger Eigenschaften des HARVEY-Composers (u.a. grafische Transparenz, Bezugspegel, Sprachen Deutsch, Englisch, Chinesisch).

In der Seitenleiste befinden sich die Bibliothekselemente des Projektarbeitsblatts. Im unteren Bereich verfügt die Seitenleiste außerdem über eine verkleinerte Panoramaübersicht des Projektarbeitsblatts.
 

Konfiguration: Die Blöcke zur Signalverarbeitung verfügen über zahlreiche Parameter zur Einstellung.  
Die Audiofunktionen können über eine Vielzahl von Parametern konfiguriert werden

Die Einstellungen für die einzelnen Signalbearbeitungsfunktionen werden im Parameterdialog getroffen, der über einen Doppelklick auf den jeweiligen Block aufgerufen wird. Hier können entsprechend der Funktion verschiedenste Zahlenwerte eingegeben und anpasst werden. Weitere Einstellungsmöglichkeiten gibt es im Kontextmenü der Blocks unter Eigenschaften.

Matrizen: Matrizen erlauben das Mischen, Schalten und Ändern von Audiosignalwegen.  

Die Misch- und Schaltmatrizen können frei bis zu einer max. Größe von 16x16 Ein-/Ausgangskanälen parametriert werden. Es stehen einfache Schaltmatrizen, Matrizen mit der Möglichkeit zur Parametrierung der Knotenpunkt-Pegel sowie Matrizen mit Knotenpunkt-Verzögerungen zur Verfügung.

Pegel: Vielfältige Verarbeitungsblöcke erlauben Pegelveränderungen und –messungen.  

Pegelsteller verändern den Signalpegel von -oo bis +10 dB, erlauben eine 180° Phasendrehung sowie das Parametrieren zeitlicher Größen zum Herein- und Herausregeln beim Abruf von Pegelwerten per Preset.

Pegelmesser sind immens wichtig zur Kontrolle der Signalpegel im Online-Modus während der Inbetriebnahme der Beschallungsanlage.
Schwellwertschalter (Pegel-zu-Logik) sind Verbindungsglieder zwischen Audiosignalpegeln und der Steuerungsebene.

Presets: Sind die optimalen Parameter für eine bestimmte Nutzungsvariante - z.B. Podiumsdiskussion - ermittelt, kann dieser Parametersatz als Preset gespeichert und jederzeit wieder abgerufen werden.  
Konfiguration der Presets im HARVEY Composer

Presets ermöglichen es, bequem zwischen den verschiedenen Nutzungsvarianten einer Installation zu wechseln. Das mx.16 hält zudem eine »weiche«, zeitlich festlegbare Überblendung zwischen den Presets bereit. Auf dem Arbeitsblatt können interaktiv Presets erstellt und die zu speichernden Parameter ausgewählt werden. Weiter vereinfacht wird die Handhabung dadurch, dass Vorlagen für bestimmte Parametergruppen erstellt werden können.

 

Projekt-Upload und -Download: Die Kommunikation zwischen PC und mx.16 erfolgt über Netzwerk.  
Über das Cockpit können erstellte Projekte in die Matrix geladen werden.

In der Systemverwaltung des Cockpits kann der PC mit dem mx.16 verbunden werden. In diesem Online-Modus besteht die Möglichkeit, das erstellte Projekt nun in das System zu übertragen. Alle im Online-Modus vorgenommenen Einstellungen der Audio- und Steuerungsparameter erfolgen live und werden sofort im Gerät umgesetzt.

Protokoll: Der HARVEY-Composer speichert die letzten Arbeitsschritte in einem Protokoll.  
Mithilfe des Protokolls können Bearbeitungsschritte rückgängig gemacht werden.

Die letzten 32 Arbeitsschritte werden in einem Protokoll gespeichert. Über dieses Protokoll lassen sich Schritte rückgängig machen und wiederherstellen oder man kann zu einem bestimmten Punkt in der Bearbeitungshistorie zurückspringen.

Serielle Schnittstellen: RS-232, RS-485 sowie Ethernet und DMX stehen als serielle Schnittstellen zur Verfügung.  
Serielle Schnittstellen des HARVEY mx.16

HARVEY mx.16 kann mit RS-232, RS-485 sowie Ethernet und DMX auf vier verschiedene Schnittstellentypen zur Datenübertragung und Steuerung zurückgreifen. Die Schnittstellen-Konvertierung ermöglicht es, RS-232- oder RS-485-fähige  Geräte  in  einem  Ethernet-Verbund  zu  betreiben.  Genauso kann eine RS-232-auf-RS-485-Konvertierung (oder umgekehrt) erfolgen.

Steuerung: In der Steuerungsebene können Kommandos von den Steuerschnittstellen ausgewertet und an die Audioverarbeitungsblöcke herangeführt werden.  

In der Steuerungsebene werden die eingehenden Steuersignale ausgewertet, logisch verknüpft und an die Steuereingänge der Audioblöcke herangeführt. Auch können neue Steuersequenzen generiert und über die Steuerausgänge herausgegeben werden, um weitere Geräte zu kontrollieren.

Verbindungseditor: Die Verbindungen zwischen den Elementen werden ganz einfach per Mausklick gezogen, wobei eine Automatik den Anwender unterstützt. Bestehende Leitungen werden an Veränderungen automatisch angepasst.  
Im Verbindungseditor werden Ein- und Ausgänge automatisch oder manuell verkabelt

Die Verkabelung der Blöcke erfolgt ganz einfach per Mausklick, wobei eine Automatik die richtige Anzahl an Leitungen bestimmt, diese in Bündeln zusammenfasst und in rechtwinkliger Struktur verlegt. Werden Blöcke verschoben oder neue Funktionen eingefügt, werden die Audioleitungen automatisch neu ausgerichtet. Die Automatik legt die direkten und kürzesten Verbindungen an und überprüft auch, ob ein Block an einer bestimmten Stelle abgelegt werden kann.